| Talent ist nicht alles |
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„Erstaunlich was in nur fünf Tagen alles geht“, wundert sich Sabrina Ostermann manchmal selbst. Wenn sie die Kinderzirkuswochen der Zirkusschule „Marotte“ in der Schweiz oder des Vereins „LILALU“ in München leitet und Teilnehmern mit unterschiedlichsten Voraussetzungen die Akrobatik oder das Trapez nahe bringt, hat sie wenig Zeit und viel zu tun.
Es stehen das schlanke, bewegliche Mädchen genauso vor ihr wie der übergewichtige, phlegmatische Junge. Da heißt es zunächst, sich auf die Charaktere einzustellen. Sabrina muss Vertrauen schaffen, Selbstbewusstsein aufbauen und die einzelnen Kinder eine Gruppe werden lassen. Vielleicht erst dann kommt die Aufgabe, Techniken zu vermitteln. „Talent darf nicht überbewertet werden“, ist die gelernte Akrobatin sich dabei sicher. „Wenn man die Hebel richtig einsetzt und die Tricks beherrscht, spielt nicht mal mehr das Gewicht die größte Rolle“, weiß sie aus ihrer Erfahrung als Coach. Sie erzählt von Kindern, die als „dick kamen, dann die richtigen Techniken lernten und nach eigenem Empfinden als stark wieder gingen“. Nach den Sommerkursen dürfen sich die kleinen Akrobaten mit einem Auftritt vor Gästen selbst belohnen und die Kursleiterin strahlt mit den staunenden Eltern und Geschwistern mit. Übers Jahr gibt die 24jährige ihre Workshops und Lehrgänge für Kinder und auch für Erwachsene im Berliner „ Kreartel“, im „Weinmeisterhaus“ und in den „Jonglierkatakomben“. Dann geht es an die Laufkugel, das Drahtseil oder ans Jonglieren. Akrobatik und allgemeine Zirkuskünste stehen also auf dem Plan. Die Arbeit beginnt für Sabrina dabei auf der Straße mit Flyern in der Hand. „Viele Teilnehmer kommen auch auf Empfehlung oder nach Lesen der Internetauftritte zu uns“, berichtet sie aus der Erfahrung. Für Sabrina Ostermann selbst war schon in frühester Jugend klar, dass sie Artistin werden möchte. Seit sie 15 war, unterrichtete sie Kinder, absolvierte später eine drei Jahre dauernde Ausbildung an der Artistenschule „Etage“ in Berlin-Kreuzberg. „Da ging es sehr praktisch zu“, bringt sie die Zeit auf den Punkt. Sie spezialisierte sich auf Luftring und Kontorsion (Schlangenfrau). Wenngleich Sabrina schon mal in schulinternen Shows und bei Festen in der Hauptstadt selbst auftritt, war dadurch, dass sie sowohl Freude an der Artistik als auch am Unterrichten empfand, bald klar, dass sie den Weg der Trainerin gehen möchte. Um ihrer eigenen Qualifikation den Punkt aufs i zu setzen, lernt sie derzeit Erzieherin. „Dann kann ich auch eine pädagogische Ausbildung nachweisen“, erklärt die Berlinerin. Jo. |
| Fotos: privat |
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