| Afrika am Elbufer |
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Hamburg
Jasmin und Steffen tauchen ein in das Häusermeer an der Elbe. Die Hafen- und Kulturstadt empfängt sie mit pulsierenden Straßen und beruhigenden Wegen entlang des Flusses gleichwohl. Direkt am Ufer gegenüber, mitten im Hamburger Hafen, liegt seit 2001 Afrika. Unbedingt will Jasmin mit dem gelben Schiff, dass die Aufschrift „König der Löwen“ trägt, übersetzen. Steffen wird nervös, weil er nicht weiß, ob sie nach der Wartezeit noch pünktlich zur Vorstellung kommen. Er hätte auch mit dem anderen Boot Vorlieb genommen.
Vorhang auf Wie aus dem Nichts erscheint in einem Lichtschein auf der Bühne Rafiki, der Affe, gespielt von Velile Michunu. Das Lied „ Nants’ Ingonyama“ ertönt wie ein Weckruf in der schlafenden Wüste und entführt die Zuschauer im Musicalzelt sofort in die Welt von Mufasa, Scar, Simba, Sarabi, Zazu und natürlich Nala. Der Thüringer Steffen ist begeistert. Jasmin, speziell als der Löwe Scar in der zweiten Szene auftaucht, auch. Willi Welp, der den Bösewicht und Intriganten spielt, besticht die weit Angereiste durch seine authentische Interpretation. „Er bringt die Arroganz der Rolle rüber und wirkt doch bestechend gut. Ich hatte immer das Gefühl, es mit einem gefährlichen Kontrahenten des Guten zu tun zu haben“, schwärmt Jasmin und ihre blauen Augen leuchten noch heller als eh schon. „Selbst zum Schluss, als alle Darsteller sich noch mal verbeugten, war er besonders“, kommt sie aus dem Loben nicht mehr heraus. Extra-Klasse Tatsächlich ist der Musicaldarsteller kein unbeschriebenes Blatt. Studiert hat er bei Professor Peter Weck, interpretierte beinah alle Traumrollen. Angefangen hat es mit „Les Miserables“, es folgten „The Rocky Horror Show“, „My Fair Lady“, „Evita“, „Cabaret“ oder „Cats“. Inzwischen führt der Profi durch und durch auch Regie und unterrichtet. Alleine brilliert er im Hamburger „König der Löwen“ indes nicht. Beispielsweise Velile Michunu stand schon neben Michael und Jermaine Jackson oder Stevie Wonder auf der Bühne. Mufasa-Darsteller Wilson D. Michaels aus Miami verkörperte Hauptrollen in „Was ihr wollt“, „Grease“ oder „Miss Saigon“, um hier wieder nur einige zu nennen. Gänsehaut Aber auch die Anhäufung erfahrener, talentierter Klasseschauspieler und Sänger macht die Faszination der Aufführung noch nicht aus. Alles stimmt: Die Musik und die Texte von keinen geringeren als Sir Elton John und Sir Tim Rice werden unter der Regie von Julie Taymor getragen von reichlich überraschenden Effekten. „Schon in der Eingangsszene liefen die Nashörner und Elefanten durch die Zuschauerreihen auf die Bühne“, berichtet Jasmin auch nach Tagen noch sichtlich ergriffen und ergänzt: „Bei den Giraffen dachte ich zuerst, es seinen ferngesteuerte Marionetten, aber es steckten tatsächlich Menschen drin, unglaublich“ Nicht nur die jungen Thüringer beeindruckte das Musical. Nena, die selbst massenweise Begeisterung auslöst, resümierte: „Ich hatte mindestens 20 Mal eine Gänsehaut … Der König der Löwen ist etwas völlig anderes. Wow, ich bin echt beeindruckt!“ Schow-Urgestein Frank Elstner befand: „Für alle Kreativen ein Muss. ‚Das geht nicht“ wird glücklicherweise auf den Kopf gestellt.“ Egal also, ob junge Menschen von der Werra an die Elbe reisen oder Größen der Unterhaltungsbranche im Zuschauerraum sitzen, alle verlassen wohl das „König der Löwen“ Zelt mit der selben Gänsehaut wie Nena. Steffen Krämer, Jasmin Fuchs und Jo. |
| Fotos: SK, JF |
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