Persönlich
Klaus Bohl taucht mit einem ehrlichen Lächeln auf. Gleichwohl wirkt er konzentriert, überlegt sich die Worte und spricht sie dann sicher aus. Er bleibt sachlich, manchmal ist ihm die Emotionalität anzumerken. Auf die Bitte nach einer Bilanz der ersten zwei Amtsjahre beginnt der Bürgermeister mit einem persönlichen Fazit: „Es waren die aufregendsten, arbeitsreichsten und turbulentesten Jahre meines Lebens.“ Er habe vor „neuen Aufgaben gestanden und neue Erfahrungen gemacht“, erzählt er und außerdem von „Freude, Ärger und viel aufgewendeter Zeit“.
Dienstlich
Mit den Resultaten seiner Arbeit ist er sehr zufrieden. Einige Projekte, die er auf den Weg brachte, greifen bereits. Zwei Beispiele: Die Stadt ist Graffiti-sauber (Rückschläge inbegriffen) und das Bürgerbüro arbeitet seit Januar. Tatsächlich erwarten den Rathaus-Besucher gleich nach dem Eingang nette Mitarbeiterinnen in einem freundlichen, hellen Raum. „Das Bürgerbüro wird gut angenommen, es sorgt für bürgernahe Verwaltung“, zeigt Klaus Bohl sich stolz.
Was die Problematik rund um Wasserversorgung und Abwasser anbelangt, verweist er darauf, dass es sich um einen sehr komplexen und zeitaufwendigen Sachverhalt handelt: „Der Bürger wird die Auswirkungen der Neuausrichtung erst in Zukunft spüren!“
Problematisch
Über Radwegprojekte, um unter anderem die Schulwege sicherer zu gestalten, spricht das Stadtoberhaupt genauso wie über Investitionen in den „Haunschen Hof“ und die Teilfreigabe der Fußgängerzone für Kraftfahrzeuge. „Eine Fußgängerzone ohne Fußgänger ist wie ein Buch ohne Worte“, gibt der Bürgermeister sich prosaisch.
Gleichwohl geht aus der kontroversen Diskussion darum hervor, dass alle Taler immer zwei Seiten haben, in der Kommunalpolitik mitunter gar drei oder mehr. Die Anwohner haben eine andere Sicht als die Geschäftsleute, die Kurgäste wieder eine neue. Und dann sind da noch die laufenden Messungen der Schadstoffbelastung in der Stadt, die über das Wort „Bad“ vor „Salzungen“ entscheiden ...
Besonders der Schwerlastverkehr im Stadtzentrum und „An den Beeten“ habe durch die Umgehung deutlich nachgelassen, informiert Klaus Bohl, „aber einige PKW-Fahrer nehmen, warum auch immer, weiterhin den Weg mitten durch“. Zudem sei die wachsende Anzahl der Kamine für eine saubere Luft nicht dienlich.
Abschließend
Bevor das Gespräch mit einem Handschlag genauso freundlich und offen endete wie es begann, beantwortete der Bürgermeister zwei kurze Fragen knapp:
Warum ist es schön, gerade Bad Salzungen zu regieren?
Bad Salzungen ist eine sehr schöne Stadt mit viel Entwicklungspotenzial.
Warum ist es schwierig, gerade Bad Salzungen zu regieren?
Man muss als Bürgermeister viele Interessen unter einen Hut bringen: Wohnen, Gewerbe, Kur ...
Jo. |